American Quarter Horses in Europa:Beliebt & begehrt
Auch 2011 überzeugten die zahlreichen positiven Eigenschaften und die Vielseitigkeit der American Quarter Horses. Der Pferdebestand in Deutschland stieg um knapp drei Prozent auf 34.776 Tiere Ende Dezember. Die europäischen Nachbarstaaten verzeichneten ebenfalls einen Zuwachs. Italien steigerte seine Population um 722 Pferde auf insgesamt 23.033. Rund sechs Prozent mehr American Quarter Horses wurden im Vergleich zum Vorjahr in Frankreich gezählt, nämlich 7.762 Pferde. Auch in Österreich lebten im vergangenen Jahr 4.680 und damit über fünf Prozent mehr Pferde dieser Rasse als noch 2010. Die Population außerhalb der USA/Kanada stieg um fast 6.000 American Quarter Horses auf eine Anzahl von 147.535 Tieren. Im Gegenzug schwächelte allerdings der Bestand in den USA etwas und verringerte sich um rund zwei Prozent. Insgesamt waren im vergangenen Jahr damit 3.025.994 Quarter Horses registriert. Über 2.500 glückliche neue Besitzer2.379 American Quarter Horses wechselten im vergangenen Jahr innerhalb Deutschlands ihren Besitzer, weitere 180 Pferde wurden importiert und 26 ins Ausland verkauft. Viele der stolzen American Quarter Horse Reiter zeigten ihr Können auf den über 90 AQHA/DQHA Shows im gesamten Bundesgebiet. Auch die 17 All-Novice Shows erfreuten sich wieder großer Beliebtheit bei den Einsteigern, die auf diesen Turnieren erste Erfolge feiern können. Dabei wird nicht nur für den Sieg auf dem jeweiligen Turnier geritten, sondern auch um den Gesamttitel des DQHA High Point Horse oder All-Around Champion gewetteifert. Jedes Jahr haben die DQHA Mitglieder die Chance auf diese Auszeichnungen und attraktive Sachpreise. DQHA weiterhin im AufwindDie Anzahl der Mitgliedschaften stieg auch in 2011 wieder und erreichte eine Anzahl von 6.041. Auch wenn der Zuwachs geringer ausfiel als im Jubiläumsjahr 2010, ist dieser anhaltende positive Trend der Deutschen Quarter Horse Association umso erfreulicher, da die Deutsche Reiterliche Vereinigung seit Jahren mit sinkenden Mitgliedszahlen zu kämpfen hat. Die Zahl der Mitglieder in den 7.707 Reitervereinen fiel in 2011 genau um 1,2 Prozent auf nunmehr 727.980. Die deutschen Pferdesportvereine haben im vergangenen Jahr damit 8.890 Mitglieder verloren. Ein kleiner Trost bleibt: Die Rückgänge fielen geringer aus als im Jahr 2010. Damals standen 1,6 Prozent minus zu Buche. Als wichtigste Gründe dafür nennt die FN die demografische Entwicklung mit weniger jungen, aber dafür mehr älteren Menschen sowie der Ganztagsunterricht an Schulen, der die Reitstunden am Nachmittag unmöglich macht. Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), sagt: „Im vergangenen Jahr habe ich gesagt, es ist fünf vor zwölf. Das gilt noch immer, auch wenn wir jetzt etwas weniger Mitglieder verloren haben. Wir müssen weiterhin alles daransetzen, unsere Vereine zu stärken und zielgruppenspezifische Angebote zu unterbreiten, um neue Mitglieder und Kunden zu gewinnen." Die Zahlen der FN von 2011 machen einmal mehr deutlich, dass der organisierte Pferdesport vor allem Jungen und Männer nicht genügend anspricht. Von den 8.890 verlorenen Mitgliedern sind 5.343 Jungen und Männer. Darüber hinaus meldet die Deutsche Reiterliche Vereinigung auch eine rückläufige Tendenz in der Pferdezucht. Die Anzahl der Bedeckungen ist bei den Reitpferden weiter zurückgegangen. Schon im vergangenen Jahr hatte Theodor Leuchten, Vorsitzender des FN-Bereichs Zucht, vorausgesagt, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen würde. „Das kommt für uns nicht überraschend, damit haben wir leider rechnen müssen", sagt Leuchten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 37.985 Reitpferdestuten bedeckt, das sind 8,4 Prozent weniger als im Jahr 2010 (41.487 Stuten). Und auch im Vorjahr war bereits ein Rückgang von 13,9 Prozent vermerkt worden. „Der Züchter reagiert mit seiner Zurückhaltung bei den Bedeckungen der Stuten auf die seit einigen Jahren anhaltenden schwierigen Marktbedingungen. Sicherlich sind die Ursachen hierfür sehr vielfältig, aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass wir weiterhin einen Bedarf an Freizeitpferden haben und jedes Jahr über 20.000 neue Turnierpferde eintragen werden. Die Nachfrage nach Pferden ist also nach wie vor stabil", erklärt Leuchten. Auch die American Quarter Horses blieben von diesem Trend nicht verschont und mussten ein Minus von 140 Neuregistrierungen verzeichnen. Potential nutzenDoch der Markt bietet weiterhin gerade für den Absatz von Westernpferden und damit dem American Quarter Horse gute Chancen. Laut einer Marktuntersuchung zum Thema Pferdesport, die die FN gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchführte, reiten in der Bundesrepublik Deutschland regelmäßig 1.240.000 Personen. Mindestens weitere 870.000 Menschen würden gerne reiten. Generell am Thema Pferd und Pferdesport interessiert sind 8.740.000 Menschen. Rechnet man auf der Basis der Vereinsmitgliedszahlen Jugendliche unter 14 Jahren hinzu, so ergibt sich eine Gesamtzahl von 1.600.000 bis 1.700.000 regelmäßig aktiven Pferdesportlern. Inklusive der Jugendlichen unter 14 Jahren ergibt sich für den Bereich der potentiellen Pferdesportler eine Gesamtzahl von fast 1.100.000. Mit den unter 14-jährigen sind in Deutschland knapp 11.000.000 Menschen am Thema generell interessiert.Für 45 Prozent der Vereins-Mitglieder (entspricht ca. 327.591 Reitern in 2011) und 59 Prozent der Nicht-Mitglieder (ca. 543.992 der rund 922.020 aktiven Reiter und Nicht-Mitglieder inkl. der unter 14jährigen) steht das Freizeit- und Ausreiten an erster Stelle, wofür das American Quarter Horse mit seiner Vielseitigkeit und Ausgeglichenheit die besten Argumente liefert. Weiterhin interessieren sich 6 Prozent der Vereinsmitglieder, was rund 43.679 Reitern entspricht und respektive 24 Prozent der Nichtmitglieder, ca. 221.285 aktive Reiter, am meisten für das Westernreiten. Deutlich in der Umfrage wurde auch, dass die nicht in Vereinen organisierten Reiter andere Vorlieben haben. Oftmals fangen sie später mit dem Reiten an, haben eine naturbezogenere Einstellung zum Reiten, bevorzugen Geländeritte sowie eine artgerechte Unterbringung für ihr Pferd und reiten häufiger im Westernstil. Bei aktuell geschätzten 922.020 reitenden Nicht-Mitgliedern und rund 265.000 aktiven Westernreitern offenbart sich hier ein großer Markt sowohl für Züchter als auch Trainer und Ausbilder. Ziel sollte daher sein, diese Reiter vermehrt auf die Rasse des American Quarter Horse aufmerksam zu machen und offensiv den Kontakt zu suchen. Dies kann beispielsweise durch eine Beteiligung am deutschlandweiten Tag der offenen Tür der FN, der Organisation von Trail Ritten oder anderen Events vorangetrieben werden, die auch für Neulinge leicht zugänglich sind. Auch Vorführungen auf Messen, Veranstaltungen, Einlagen in Gala-Shows wie der Apassionata sowie klassischen Reitturnieren bringen den Besuchern die positiven Eigenschaften und die Vielseitigkeit der American Quarter Horses näher und macht sie neugierig. Gerade auf großen Messen, wie der Equitana und der EuroCheval, bietet die DQHA zudem Test Rides an, um die Einzigartigkeit dieser Pferde hautnah zu erleben, denn die beste Werbung für das American Quarter Horse ist es selbst! Und jeder einzelne Reiter und Pferdefreund kann in seinem Umfeld die Besonderheiten dieser Rasse kommunizieren und seine Leidenschaft für diese Pferde mit seinen Freunden teilen. Text: Julia Großmann und Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN), Ipsos Studie Weitere Informationen: www.dqha.de