Die Bewegungsabläufe beim Reiten sind kompliziert und stellen hohe Ansprüche an den Reiter
Die Bewegungsabläufe beim Reiten sind kompliziert und stellen hohe Ansprüche an den Reiter

Streitfrage: Hat Reiten etwas mit Sport zu tun?

Reiter haben aus der Sicht von Sportlern anderer Disziplinen einen schweren Stand, als echte Sportler anerkannt zu werden. Man glaubt, Reiter säßen passiv auf dem Pferderücken und die Pferde würden alles alleine machen. Der Nicht-Reiter kann kaum erkennen, dass der Reiter ganz kleine Bewegungen vollzieht und so das Pferd zu entsprechenden Lektionen veranlasst. Es scheint alles leicht zu sein!

Ein Beispiel: die Aufwärmphase fehlt beim Reiten gänzlich: Die meisten Reiter steigen ohne eigene Vorbereitung aufs Pferd, obwohl sie dem Pferd eine Aufwärmphase (Lösungsphase) und einen Cool-Down-Phase (Erholungsphase) gönnen und für zwingend notwendig halten. Außerdem betreiben nur wenige Reiter zusätzliche Bewegungsprogramme oder ein Koordinations- und Konditionstraining, weil sie anscheinend deren Bedeutung für ihr eigenes Reiten nicht unbedingt einsehen. In keiner anderen Sportart kann es sich ein Mensch leisten, nicht ausgeklügelte zusätzliche Programme zu absolvieren, um Erfolg zu haben. Von daher könnte man ins Grübeln kommen, Reiten als Sport einzuordnen. Aber was versteht man nun unter Sport? Für den Sportwissenschaftler ist es der Bereich, in dem man sich überregional (auch international) nach festgelegten Regeln bewegt und sich u.a. auch mit anderen misst. Es geht um motorische Aktivitäten, um zielgerichtete körperliche Leistungen mit der Absicht, bestimmte Gütemaßstäbe zu erreichen. Es geht um Fertigkeiten, also um spezifische Bewegungsabläufe.

Teil 1 dieses interessanten Zweiteilers von Eckhart Meyners ist in der Februarausgabe des QHJs zu lesen, Teil 2 in der aktuellen Maiausgabe!

Foto: A. Bozai